Lichtklänge
Kurzbeschreibung
Kulturprojekt, welches Kirchenräume auch für "religiös unmusikalische" Menschen öffnen will. Diese neue, innovative Andachtsform soll Menschen den Zugang zu Kirche und Glauben öffnen.
Durch enge Zusammenarbeit mit den regionalen Veranstaltern entsteht eine nachhaltige Veranstaltung.
Beschreibung
Fasziniert verfolgen Kinderaugen und -ohren das Regenprasseln von der Empore und das leichte Trommeln aus dem Altarraum. Der Altar leuchtet im Kerzenschein, aber nach und nach wird er grün, gelb und rot angestrahlt. Sterne und Lichtkringel sind an die Kirchenwand projiziert und eine Stunde lang ertönt Musikimprovisation vom Feinsten.
Die Besucher in der Laurentiuskirche im Leipziger Stadtteil Leutzsch hören teilweise schräge, teilweise harmonische Töne. Diese stammen von einem Didgeridoo, selbst gebaut aus Plaste und einer alten Grabvase, und der asiatischen Udu-Drum, die einem Tonkrug ähnelt und lediglich durch leichtes Klopfen Klänge von sich gibt.
Die Kirche zum Klingen und Leuchten brachte das Projekt "Lichtklänge" am vergangenen Sonnabend. Marko Kronberg ist der kreative Kopf für Beleuchtungskonzepte. Thomas Kempe, Andreas Schemmel und Thomas Feist
bilden die Gruppe "Klangprojekt", die für den musikalischen Part zuständig ist.
"Wir wollen die Musik als Seelsorge-Form nutzen, den Kirchenraum neu
öffnen und mit der Akustik spielen", sagt Thomas Feist, Musikwissenschaftler und Fachreferent für Bandarbeit beim Landesjugendpfarramt.
Schauerlich laut wird es, wenn Saxophon, Schlagzeug und Keyboard experimentelle Klänge erzeugen. Gesprochen wird während des ganzen Abends
nicht. Die Musik spricht für sich. "Es ist kein Konzert, sondern eine Art Musik-
andacht", so Feist. Ein erster Auftritt der "Lichtklänge" fand während des Jugendfestivals EVA 2008 in Dresden statt. Nun plant die Gruppe, die "Lichtklänge" 2009 und 2010 vor allem in Dorfkirchen zu veranstalten. "Wir wollen Kirchen besuchen, wo es keinen Pfarrer, keinen Kantor mehr gibt", sagt Thomas Feist. "Wir wollen den Menschen einen Weg zeigen, ihren Kirchenraum neu zu entdecken." Aber auch Menschen, die keinen Draht mehr zur Kirche haben, will die Gruppe erreichen.
Der nächste Auftritt findet am 28. Februar im UT Connewitz, einem alten Leipziger Lichtspieltheater, statt. "Religiöse Musik soll unreligiöse Menschen berühren, denn Menschen sind für spirituelle Sachen offen", so Feist. "Und ohne Spiritualität kann man keine Musik machen", fügt er hinzu. Die Musiker bedienen sich der gregorianischen Stilistik, der Zwölftontechnik und der Jazzharmonik und entführen ihre Besucher in eine ganz neue Welt der religiösen Andacht.
(Rezension in der Kirchenzeitung "Der Sonntag")
Termine
28.Feb.2009 21:00
UT Connewitz Leipzig
19.Apr.2009 16:00
Rittergutskirche Kleinliebenau
26.Apr.2009 18:00
Mutzschen
25.Mai.2009 20:00
Litauen
06.Jun.2009 20:00
Kirche zu Nepperwitz
13.Sep.2009 16:00
Rittergutskirche Kleinliebenau
13.Sep.2009 20:00
Kirche zu Wiederitzsch
Veranstalter
Klangprojekt & MAKRONI in Zusammenarbeit mit dem Landesjugendpfarramt Sachsen, Referat Kulturarbeit
Ansprechpartner und Kontakt
Landesjugendpfarramt Sachsen, Referat Kulturarbeit
Dr. Thomas Feist
Schmidstr. 1
04158 Leipzig
Projekt-Homepage
Ausgangspunkt
Ausgangspunkt ist die große Nachfrage nach Projekten der besonderen Art vor allem im ländlichen Raum, in dem Kirchen-Kultur nur spärlich zu finden ist. Ein weiterer Grund für das Projekt ist, dass es in besonderer Weise für alle Altersgruppen interessant ist. Die Zentralstellung des Kirchenraums wird durch Licht und Klang neu zugänglich gemacht (für Gemeindeglieder ebenso wie für Außenstehende). Eine Veranstaltung, zu der man Freunde, Bekannte und Gäste mitbringen kann und zeigen kann: Schaut her, was wir für einen tollen Andachtsraum haben. Rückmeldungen von Veranstaltern belegen, dass dieses Projekt nachhaltige Wirkung vor allem deshalb zeigt, weil sich Gemeindeglieder und Außenstehende (neu) mit ihren Gotteshäusern identifizieren können. Das ist für den ländlichen Raum (und nicht nur dort) ein wichtiger Prozess, der hier angestoßen wird.
Projektgruppe
Dr. Thomas Feist - Hauptamtlicher Referent für Jugendkulturarbeit im Landesjugendpfarramt Sachsen
Thomas Kempe - Mitarbeiter der Diakonie Leipzig
Andreas Schemmel - Kirchenvorstand der Laurentiusgemeinde Leipzig-Leutzsch
Marko Kronberg - Delegierter der Evangelischen Jugend in Sachsen bei der aej
...sowie viele weitere Akteure, je nach Projekt-Termin
Ziele
Anschließend an das unter "Ausgangspunkt" ausgeführte richtet sich das Hauptziel an Gemeindeglieder und Außenstehende, den Schatz unserer Gotteshäuser (neu) wahrzunehmen und Kirche als Identifikations- und Treffpunkt (neu) zu beleben. Gemeindepfarrern und Kantoren wird durch das Projekt eine Unterstützung ihrer Arbeit geboten - in einem Rahmen, den sie selbst nicht realisieren könnten.
Zielgruppe
Jugendliche (z.B. bei EVA 2008: "chill & pray")
kirchliche Kulturprojekte auf dem Lande
kirchennahe Fördervereine
Kunst- und Kulturinteressierte jeden Alters
Außenstehende wie Gemeindeglieder
Konzeptionelle Einbindung
An dieser Konzeption (Kultur für die Kirchen im ländlichen Raum) wird noch gearbeitet. Eine Realisation ist ab 2010 vorgesehen. Hierfür benötigt das Projekt jedoch eine Anschubfinanzierung.
Unterstützung der Mitarbeiter
Mitarbeiter der Kirchgemeinden, in denen das Projekt bisher durchgeführt wurde, erhielten nicht nur eine besondere Bestätigung ihrer Arbeit. Auch von Außenstehenden wird mit Unterstützung von Lichtklänge-Veranstaltungen diese Arbeit aufgewertet. Besondere Unterstützung erfahren Mitarbeitende in kirchlichen Kulturprojekten auf dem Lande (z.t. durch Besucher, aber auch durch öffentliche Aufmerksamkeit, Presse etc.).
Öffentlichkeitsarbeit
Website, Pressearbeit, Musikmessen im kirchlichen Raum. Was fehlt, ist eine systematische Öffentlichkeitsarbeit (finanziell nicht leistbar sind z.Zt. Anzeigen in Kirchenmusikfachzeitschriften u.ä.).
Finanzierung
Die Finanzierung erfolgt über Eigenmittel von Veranstaltern, Eintrittsgelder, Spenden sowie durch ehrenamtliches (auch finanzielles) Engagement der Projektmitarbeitenden.
Auswertung / Erfolgskontrolle
Kriterien: Auswertungsgespräch mit den Verantwortlichen vor Ort, Nachfrage nach weiteren Projekten dieser Art, Presseveröffentlichungen u.a.
Nachwirkungen
Hierzu ist an anderer Stelle schon Ausführliches gesagt worden. Noch einmal: Durch Kooperation des Projekts mit Gemeinde vor Ort entsteht Nachhaltigkeit besonders im Hinblick auf das Interesse Außenstehender im Bezug auf Kirche im Ort, Motivation von Mitarbeitenden der Gemeinde, Lust, neue Formen spiritueller Erfahrungsräume auszuprobieren, Stolz auf die eigene Kirche (Raum wie Institution), Ins-Gespräch-Kommen unterschiedlicher Milieus, Personengruppen und Generationen, kreatives und lustvolles Engagement vor Ort wird durch die Initialzündung des Projekts wesentlich gestärkt.
Verwendung der Preisgelder
Öffentlichkeitsarbeit, Konzepterstellung zur Akquise weiterer, vor allem öffentlicher Mittel, Unterstützung finanziell "klammer" interessierter Gemeinden im Bereich Fahrt- und Aufführungskosten
Kontakt-Email
kulturarbeit-sachsen(at)web.de

