Familien bauen Gemeinde
Kurzbeschreibung
Mit Elternbausteinen und dazugehörigen Kreativmodulen wie Wutknete, Geduldsacht oder Schreikissen werden Eltern in ihrer Lebenswirklichkeit wertschätzend angesprochen und in die Gemeinde zum Thema Familienleben und Erziehung eingeladen. Hier haben sie Austausch mit anderen Eltern, erfahren Unterstützung für ihre Lebenssituation und erleben, welche Relevanz das Evangelium für ihr Leben hat.
Beschreibung
Vorbereitung
Zusammen mit den Gemeinden werden die einzelnen Schritte des Projekts geplant, da sie immer an die aktuelle Situation der Gemeinde angepasst sein sollen.
Dabei spielt die Frage nach dem Startpunkt eine wichtige Rolle.
Im Zukunftsprogramm "Kirche der Freiheit" wird darauf hingewiesen, dass Kirche bei den Menschen besonders bei der Gestaltung von Lebensfeiern gefragt ist. Die Einschulung ist vor allem in den in den neuen Bundesländern eine wichtige Lebensfeier im familiären Rahmen. Ein Einschulungsgottesdienst ist somit eine gute Gelegenheit, Eltern mit ihren Kindern in die Gemeinde einzuladen. Möglich ist es auch, ein Gemeindefest als Auftakt zu nehmen.
Geplant werden auch die Inhalte des Projekts, wobei als Grundmodul immer eine einführende Veranstaltung sowie ein 8-teiliges Elterntraining gehört.
Der Elternbaustein
Um Eltern anzusprechen, bedienen wir uns der im faz halle entwickelten Elternbausteine. Neben dem Grußwort des Bischofs und dem Anschreiben an die Eltern durch die Gemeinde enthalten die Elternbausteine Kreativmodule, wie den Geduldsfaden, die Wutknete, das Bilderrätsel, die Erziehungsnuss, die Spieleschachtel und die Haus-Fadengrafik. Die Kreativmodule greifen in Verbindung mit biblischen Sprüchen oder Lebensweisheiten auf humorvolle Weise das alltägliche Erziehungsverhalten der Eltern auf, regen zum Nachdenken an und bieten leicht anwendbare erste Hilfen für schwierige Situationen. Sie transportieren sowohl praktische Inhalte und Tipps zum Erziehungsalltag als auch entgegengebrachte Wertschätzung und Achtung vor dem Lebensalltag der Eltern. Mit dem Anschreiben der Gemeinde an die Familien ist außerdem die Einladung zu weiteren familienbildnerischen Veranstaltungen der Gemeinde in Kooperation mit dem faz halle - CVJM Familienzentrum verbunden.
Das entgegengebrachte Interesse, das ihnen durch die veranstaltenden Gemeindemitglieder geschenkt wird, ermöglicht den Aufbau persönlicher zwischenmenschlicher Beziehungen. Hier beginnt der missionarische Aspekt. In diesem Rahmen wird ein erster Raum für die Diskussion über zählende Werte in der Gesellschaft und der christlichen Werte geschaffen.
Der Auftakt
Die Übergabe der Elternbausteine findet während des Einschulungsgottesdienstes (oder auch im Rahmen eines Gemeindefestes, einem Elternabend von Konfirmanden-Eltern, einem Treffen von Kinderchor-Eltern) statt. Hilfreich für die öffentliche Wahrnehmung ist es auch, wenn eine prominente Person die Übergabe begleitet. In der Bartholomäusgemeinde war das Bischof Axel Noack.
Nach dem Gottesdienst werden die Familien in die Gemeinde zum Familiencafé eingeladen. Parallel dazu bietet das faz einen spiel- und erlebnispädagogischen Nachmittag für die ganze Familie an. Dabei werden sie auf kreative Weise mit den Inhalten und Mitarbeitern des faz halle und der Gemeinde bekannt gemacht und über die weiterführenden Angebote in der Gemeinde informiert und dazu eingeladen. So können durch die ersten Begegnungen in Spiel und Gespräch erste Beziehungen geknüpft werden.
Die Bildungsmodule
Die Inhalte unserer Module gestalten sich wie folgt:
o Einführungselternabend
o Elterntraining in 8 Einheiten entweder abends oder vormittags mit Kinderbetreuung
o Weiterbegleitung der Gruppen nach den Trainings und Erweiterung des Themenspektrums: Wertefragen, Glaubensfragen, Gemeindefragen, Fragen der Gestaltung von familienfreundlichen Gottesdiensten, Angebote für die Kinder
o Übernahme der Leitung durch ein Gruppenmitglied; Fortbildung und Begleitung des Leiters (z.B. Trainerausbildung; gewaltfreie Kommunikation); Multiplizierung des Projekts
o Kreativ- und erlebnispädagogische Angebote wie Drachenbau, Niedrigseilgarten, Fahrradtour, Familienpicknick
Zum ersten Elternabend im Hort und im Kindergarten gibt es neben den organisatorischen Fragen eine erste thematische Hinführung zu Fragen der Elternkompetenz mit der Vorstellung von "7 Basics einer gelingenden Erziehung". Sie sind hilfreich, damit Kinder sich besser im Leben zurechtfinden und in einer harmonischen Atmosphäre aufwachsen können.
Es folgt die Durchführung eines Elterntrainings zur Stärkung der Erziehungskompetenz. Das Elterntraining setzt an den "7 basics einer gelingenden Erziehung" an und enthält daneben Hilfen zur Förderung der Kinder und zur Vorbeugung von Problemen. Die Situation zu Hause entspannt sich, Eltern werden sicherer im Umgang mit ihren Kindern und fördern ihre Kinder bewusster. Diese Angebote stellen in Zeiten der allgemeinen gesellschaftlichen Unsicherheit eine klare Orientierung für Eltern und Kinder dar.
Ein wichtiges Ziel des Elterntrainings ist, dass durch die intensive Arbeit miteinander sich die teilnehmenden Eltern als Gruppe schnell finden.
Ein Kreativtag gemeinsam für Eltern und Kinder stärkt als spielpädagogischer Beitrag das Miteinander der Familien- und Gemeindemitglieder und fördert die kommunikative Kompetenz der Eltern und Kinder. Ein Drachenbautag soll hier besonders die Väter ansprechen.
Termine
Konkrete Termine für ein neues Projekt gibt es bisher nicht. Prinzipiell wird ein Projekt in seinen Kernmodulen innerhalb eines halben Jahres angelegt. Es schließen sich dann längerfristige Veranstaltungsangebote an.
Termine für ein laufendes Projekt in 3 Gemeinden gibt es:
- Elterngespräch mit Kindergarteneltern der ev. Laurentiusgemeinde in Halle am 2. Juni 2009, 19.00 Uhr
- Elterngespräch in der Freien Evangelischen Gemeinde Halle am 2. Juni 2009, 9.00 Uhr
- monatliche Elterncafés in der FEG als mittlerweile eigenständig laufende Veranstaltung in der Gemeinde
- 2 Themenabende in der ev. Bartholomäusgemeinde in Halle
- 2 Väternachmittage in den Kindergärten der Laurentius- und Bartholomäusgemeinde (bisher ohne Termin)
- Monatliche Väterstammtische in der Bartholomäusgemeinde (jeweils der 3. Montag im Monat, 20.00 Uhr)
Veranstalter
Das Projekt wird durchgeführt von faz halle - CVJM Familienzentrum. Träger ist der CVJM Sachsen-Anhalt e.V.
Kooperationspartner sind dabei bisher:
- Ev. Bartholomäusgemeinde Halle
- Ev. Laurentiusgemeinde Halle
- Freie Evangelische Gemeinde Halle
- Ev. Gemeinde Authausen
- Geplant: Ev. Kirchengemeinde Schkölen
Ansprechpartner und Kontakt
Faz halle - CVJM Familienzentrum
Geiststraße 29
06108 Halle
Tel. 0345 2026384
Fax 0345 2026383
E-Mail faz.halle@t-online.de
Homepage: www.faz-halle.de
Projekt-Homepage
http://www.faz-halle.de/cms/index.php?fazmobil_kirchengemeinden
Ausgangspunkt
Die Familienarbeit im CVJM mit seinem Familienzentrum faz halle bietet mit seinem Arbeitszweig "faz mobil" Institutionen, Gemeinen und Vereinen Unterstützung für die Elternarbeit.
In diesem Projekt wird die Elternarbeit von Kirchengemeinden in den Blick genommen. Dabei versteht sich das faz halle als "Dienstleister" für Gemeinden in ihrer Arbeit mit Familien.
Mit dieser Arbeit lässt sich auch der missionarische Auftrag des CVJM, Menschen mit dem Evangelium bekannt zu machen und das Reich Jesu unter den Menschen zu verbreiten, verbinden.
Gerade in den neuen Bundesländern wird sehen viele Menschen keine Anknüpfungspunkte ihres eigenen Lebens an die Inhalte und Formen kirchlichen Handelns. Aus ihrer Sicht beantwortet Kirche Fragen, die eigentlich keinen interessieren außer ein paar alte Leute.
Wir verfolgen dabei wir den Ansatz Jesu, indem wir Menschen dort begegnen, wo sie mit ihren Bedürfnissen und Fragen jeweils gerade stehen. Für Eltern sind das am Dringlichsten Fragen der Erziehung und die Bewältigung des familiären Alltags.
Ebenso orientiert sich das Projekt mit seinem missionarischen und zielgruppenspezifischen Ansatz an dem Zukunftsprogramm der Evangelischen Kirche Deutschlands "Kirche der Freiheit - Perspektiven der Evangelischen Kirche im 21. Jahrhundert", in dem "Mission als glaubenserweckendes Ansprechen der Menschen in der eigenen Gesellschaft" betrachtet wird. Es stellt Gemeinden Arbeitsmaterialien und überall umsetzbare und multiplizierbare Ideen zur Verfügung, die dazu geeignet sind, Menschen in der Gemeinde zu beheimaten.
Projektgruppe
Zunächst besteht die Projektgruppe aus den Mitarbeitern des Familienzentrums und Kontaktpersonen aus den jeweiligen Gemeinden (Pfarrer, Kindergarten- und HortleiterInnen). Dazu kommen Referenten zur Umsetzung der Inhalte.
Im Laufe des Projekts werden in den Gruppen geeignete Mütter und Väter in die weitere Planung und Umsetzung von Projekten der Familienarbeit in Gemeinden mit einbezogen.
Ziele
- Eltern und Familien in ihrer Lebenswirklichkeit (Gestaltung des familiären Alltags) unterstützen
- Eltern in ihren Fragen des Alltags abholen und sie mit dem Evangelium bekannt machen
- Die Relevanz des Evangeliums für den Lebensalltag erlebbar machen
- Bildung von Netzwerken für Familien unterstützen
- Förderung von definierten Kooperations- und Partnerschaftsbeziehungen zwischen Kirchengemeinden und diakonischen Einrichtungen
Zielgruppe
- Eltern, die zwar im Mitgliederregister eingetragen sind, sich aber nicht aktiv am Gemeindeleben beteiligen.
- Eltern, die bisher noch gar keine Kontakte mit dem Glauben oder der Kirche gemacht haben, aber z.B. ihr Kind in einem gemeindeeigenen Kindergarten angemeldet haben oder es am Konfirmationsunterricht oder ähnlichen Veranstaltungen teilnehmen lassen.
- Gemeindefremde Eltern, die geografisch im Einzugsbereich der Gemeinde leben
- Eltern als Gemeindeglieder, die sich aktiv am Gemeindeleben beteiligen.
Von allen Zielgruppen wurden und werden Menschen erreicht.
Konzeptionelle Einbindung
Das Konzept ist eingebunden einerseits in die Konzeption des faz halle "Von der Kunst, Familie zu leben". Dabei spielt die aufsuchende mobile Arbeit der Familienbildung eine wesentliche Rolle.
Andererseits ist die Arbeit mit den Familien zum Teil in den Gemeinden in den jeweiligen Leitbildern verankert. Es ist jedoch immer der Gemeindekirchenrat in den Prozess mit einbezogen, da es sich um strategische Entscheidungen handelt, an welcher Stelle die Gemeinde ihre Schwerpunkte setzen möchte. Besonders in der Bartholomäusgemeinde gibt es eine strukturelle Einbindung in die Kinder- und Familienarbeit mit verschiedenen Gemeindekreisen (Kindergottesdienst, Vätertreff, Kinderbibeltreff etc.)
Unterstützung der Mitarbeiter
Die Fachkräfte und Referenten des Familienzentrums erhalten die nötige Unterstützung durch ihren Arbeitgeber - den CVJM Sachsen-Anhalt.
Referenten werden durch regelmäßige Gespräche begleitet und erhalten sämtliche Arbeitsmaterialien (wie Beamer, Notebook, Verbrauchsmaterialien). Eine Aufwandsentschädigung und Kostenerstattung (z.B. Fahrtkosten) ist selbstverständlich. Ebenso erhalten Referenten ein Honorar.
Ehrenamtliche Mitarbeiter werden mit einbezogen in Weiterbildungsprogramme des Familienzentrums (z.B. gewaltfreie Kommunikation). Sind sie persönlich geeignet, können sie sich qualifizieren zu ElterntrainerInnen. Die Kosten dazu trägt das Familienzentrum.
Alle ehrenamtlichen und hauptamtlichen Mitarbeiter und Referenten werden einmal jährlich zu einem Dankeschön-Essen eingeladen.
Öffentlichkeitsarbeit
Die Öffentlichkeitsarbeit geschieht auf verschiedenen Wegen:
o Persönliches Ansprechen
o Elternbausteine
o Flyer in den Gemeinden und öffentlichen Stellen (Arztpraxen, Geschäfte, Gaststätten)
o Gemeindebrief
o Lokale Presse
o Abkündigung
o Elterninformationen in gemeindeeigenen Kitas und Horten
o Postalisch an entsprechende Gemeindeglieder
o Schaukasten
Finanzierung
Finanziert werden die Projekte im Rahmen einer Mischfinanzierung durch
- Kommunale Förderung der Familienbildung
- Projektförderungen des Landes Sachsen-Anhalt
- Mittel aus dem Fond für missionarische Projekte des Kirchenkreises
- Eigenmittel der Gemeinde (Beteiligung von Teilnehmern an den Materialkosten oder Mittel der Gemeinde)
Auswertung / Erfolgskontrolle
Die Elterntrainings werden mittels Fragebogen evaluiert. Der Erfolg des Projekts ist eingetreten, wenn sich nach Abschluss der Umsetzung von Elternabenden, Elterntrainings und Kreativ- bzw. Erlebnistagen eine Gruppe von Eltern weiterhin trifft und diese Gruppe zunehmend eigenständig und eigenverantwortlich arbeitet.
In der FEG ist dies im Rahmen des monatlichen Elterncafés der Fall, in der Bartholomäus-Gemeinde im Rahmen des monatlichen Vätertreffs. Die beiden Elterngruppen (quartalsweise) in der Laurentiusgemeinde und in der Bartholomäusgemeinde benötigen für eine Weile noch Unterstützung.
Es gibt Nachfragen nach einem Folgekurs in der Gemeinde für die Erziehungskompetenz.
In der Fachöffentlichkeit (Jugendamt) stößt das Projekt auf großes Interesse. Innerkirchlich gibt es zunehmend Nachfragen in der gesamten Landeskirche, der Evangelischen Kirche Mitteldeutschland.
Nachwirkungen
Das Projekt ist in allen Gemeinden multiplizierbar, denen die Arbeit mit Familien wichtig ist.
Ein Nebenbei-Effekt ist, dass das faz halle auch von Gemeinden für einen Einsatz in anderen Tätigkeitsfeldern der Familienarbeit im CVJM angefragt wird: Begleitung von Familienfreizeiten, Moderation von GKR-Klausuren.
Ebenso hat die Wahrnehmung des Projekts in der Landeskirche zu einer Übernahme von Weiterbildungseinheiten für Gemeindekirchenräte zum Thema Leitung und Konfliktmanagement geführt.
Gemeinden fragen auch zunehmend konkret nach Mediatoren zur Klärung von innergemeindlichen Konflikten. Ein Bewusstsein für einen wertschätzenden Umgang nicht nur den Eltern und Gemeindegliedern gegenüber wird geschärft, sondern auch im täglichen Umgang der Mitarbeiter miteinander.
Der Kirchenkreis Wittenberg plant das Einrichten und Betreiben eines Familienzentrums. Hierbei begleitet das faz halle den Prozess von Konzepterstellung bis zur Eröffnung.
Verwendung der Preisgelder
Die gewonnenen Preisgelder werden für die Umsetzung des Projekts in weiteren Gemeinden eingesetzt. Dabei werden insbesondere kleine und ländliche Gemeinden berücksichtigt. Für Familien, die über wenig finanzielle Mittel verfügen, wird die Eigenbeteiligung
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