Projekt H3: Hallo - Hilfe - Halleluja
Kurzbeschreibung:
Missionarische Projektarbeit zwischen Kirche, missionarischen Diensten und Diakonie für Menschen, die durch ein Hörproblem von der akustischen Glaubenswelt isoliert sind, oder/und für Menschen, die für und mit diesen Betroffenen arbeiten (manuell oder seelsorgerlich).
Bilder:
Keine Bilder zur Verfügung gestellt.
Beschreibung:
Hallo!
Dieses bezeichnet eine bestimmte Hilflosigkeit - in diesem Fall akustisch.
Das bedeutet nicht zu verstehen in den Bereichen: Information, Anleitung, Kontaktsuche zum Seelsorger, zur Teilnahme am Gemeindeleben oder zu diakonischen Angeboten.
"Hallo, Herr Seelsorger!" "Hallo, liebe Schwester!"
"Ich verstehe Euch nicht. Ihr aber könnt Euch mir auch nicht verständlich machen."
"Hallo, wie finde ich in die Gemeinschaft der Gläubigen zurück?"
Wird der hörbehinderte Mensch - und das ist ein großes Potential der Bevölkerung und der Kirchenmitglieder - überhaupt noch wahrgenommen?
Hilfe!
Die größte Zahl der Gottesdienstbesucher lebt im Altersbereich oberhalb von 50 Jahren. In den hochindustrialisierten Ländern geht man von ca. 50 bis 60% von Betroffenen mit Hörschädigungen in dieser Altersgruppe aus.
Diese Menschen suchen in Kirche, Diakonie und missionarischen Ebenen mehrdimensionale Angebote und Leitsysteme. Die Barrieren beiderseits - oft ungewollt und unbewusst - in jeglicher Umgangsform gilt es zu beseitigen.
Aus dieser Not heraus kommt der Hilfe-Ruf.
Wenn ein akustisches Vereintsein im Gottesdienst nicht möglich ist, bleibt den isolierten Menschen nur der Fernsehgottesdienst. Wenn er dafür Gebühren bezahlt, könnte er die Kirchensteuer sparen.
Gewisse Fachkenntnisse sind notwendig, damit das Zu- und Füreinander im Seelsorge- und Diakonie-Bereich überhaupt möglich wird. Ein Netzwerk muss geschaffen werden.
Halleluja!
Nur wer Inhalte geistlich erfasst, kann bewusst in das "Halleluja" einstimmen. Christen, die im Laufe ihres Lebens eine Hörbehinderung erleiden, nehmen diesen "Knick in der Lebenslinie" als eine Trennung von Gott und den Menschen wahr. Es müssen neue akustische Ebenen gefunden werden um das "Halleluja" als eine Form des geistlichen Lebens, der Vertrauensbasis, der Geborgenheit, aber auch der Ruhe in Gott wieder zu finden. Dazu braucht es ein akustisches Gesamtheilskonzept, welches nicht nur Stille verordnet. Dieses schließt ein, eine Tragfähigkeit des "Halleluja" auch auf die Ewigkeit hin zu ermöglichen.
Für unser Projekt bedeutet das (und hat sich auch bewährt):
- Maßnahmen, z.B. Seminarangebote, für eine Sensibilisierung des persönlichen Umgangs im Miteinander und Füreinander
- Grundlagen zum Gebrauch technischer Hilfsmittel im sozialen Gefüge der diakonischen Aufgabenbereiche und der Präventionsarbeit für Kinder und Jugendliche, z.B. im FSJ
- Seelsorgerliche Notwendigkeiten in der Gestaltung der Gottesdienste oder bei der Feier des Heiligen Abendmahls am Kranken- oder Sterbebett
Die erlebte situative Not in allen Gemeinde- und Diakoniebereichen lässt keine Still-Stand-Zeit mehr zu. Dem missionarischen Auftrag Jesu können und wollen wir dienen, indem wir diesen isolierten Gläubigen - "und verkündigt das Evangelium allen" - zum Hören-können helfen.
Termine:
Seminare nach Vereinbarung
Veranstalter:
Superintendentur der
Bezirkssynode des Kirchenbezirks Aue
Ansprechpartner und Kontakt:
Ursula Espig
Johann-Köhler-Str. 32
08312 Lauter
Projekt-Homepage:
Ausgangspunkt:
z.T. eigene Erlebnis- und Erfahrungsbereiche in der Gemeindesituation oder im diakonischen und sozialen Engagement bzw. des Tätigkeitsbereichs
Projektgruppe:
Hauptamtliche Mitarbeiter der Kirche und ehrenamtlich engagierte Christen der Allianzgemeinden
Ziele:
Der missionarische Auftrag muss auch die hörbehinderten Menschen erreichen können. Sensibilisierung für die Nöte und die daraus resultierende Isolation der hörbehinderten Menschen in den Gemeinden und in allen Arbeitsgebieten der Diakonie.
Eine Gliederung in zwei Facetten:
1. Erkenntnisvermittlung und Sensibilisierung der Erschwernisbereiche dieser unsichtbaren Trennung der hörbehinderten und hörenden Gemeinde als auch vom Pfarrer.
2. Situative Voraussetzungen schaffen, die ein Bleiben und Verbundensein in der hörenden Gemeinde mit der akustischen Muttersprache gewährleisten.
Dazu braucht es den "akustischen Mauerfall".
Schwerhörige Menschen denken in ihrer hörenden Muttersprache und in dieser wollen sie auch in das "Halleluja" einstimmen und dazugehören.
Zielgruppe:
Betroffene Menschen, die fachliche und seelsorgerliche Hilfe suchen.
Pfarrer, Seelsorger, Mitarbeiter der Diakonie.
Es gab schon erfolgreiche Seminarangebote.
Konzeptionelle Einbindung:
- überregional im Bereich der Sonderseelsorge und Allianzarbeit
- volksmissionarische und seelsorgerliche Fachverbände der EKD und des Diakonischen Werks
Ansprechpartner und Kontakt:
Ursula Espig
Johann-Köhler-Str. 32
08312 Lauter
Unterstützung der Mitarbeiter:
- Ein Pilotangebot der Diakonie Sachsens für die Befähigung einzelner Mitarbeiter im Umgang mit hörgeschädigten Menschen.
- Eigeninitiative zur Ausbildung: Audiotherapeutin und Heilerziehungspflege
Öffentlichkeitsarbeit:
Einladungen und redaktionell in Zeitungen
Finanzierung:
Kenntnisvermittlung: Damit das Evangelium die Menschen akustisch erreichen kann.
Exemplarisch, in der Seelsorge, im Gemeindeleben, in der Arbeit der Diakonie.
Feedback zur Durchführung eines Seminars auch im Erfahrungsbereich als Selbstbetroffener.
Im innerkirchlichen Bereich gibt es für diese Projektarbeit wachsendes Interesse, da die Zahl der betroffenen Menschen immer jünger wird und einige Berufsgruppen (z.B. Lehrer, Chirurgen, Mitarbeiter in Großraumbüro) als Kirchenbesucher bald wegbleiben werden.
Nachwirkungen:
Es gibt den Bedarf der Erfahrungs- und Erkenntnisvermittlung zum Umgang mit hörbehinderten Gemeindemitgliedern im Bereich Gottesdienstgestaltung, Verkündigung, Begleitung und Seelsorge am Kranken- und Sterbebett, in der Jugendarbeit und den diakonischen Aufgaben - auf diese Arbeitsbereiche muss das Projekt ausstrahlen, und letztlich auch auf die Betroffenen selbst, damit ihr Leidensdruck gemindert wird und sie einen Weg aus der Isolation finden.

