(M)eine Kirche - wie sie im Buche steht
Kurzbeschreibung:
Wir wollten im Rahmen eines Jubiläums wissen, welche Rolle die Kirche im Leben der Bewohner unseres Ortes spielt.
Das Projekt hat Menschen dazu bewegt, ohne Scheu über ihren Glauben und ihre Kirche zu berichten. Menschen reden miteinander bei alltäglichen Begegnungen - z.B. beim Kaufmann - über ihre Erlebnisse mit ihrer Kirche.
Das Ergebnis ist ein attraktives Buch, das zeigt, wie lebendig Glaube sein kann.
Bilder:
Keine Bilder zur Verfügung gestellt.
Beschreibung:
(M)EINE KIRCHE - WIE SIE IM BUCHE STEHT
1. Die Idee:
Das Buch-Projekt "(M)eine Kirche, wie sie im Buche steht" ist im Rahmen des 400-jährigen Jubiläums der Kirchengemeinde Schwabstedt entstanden.
Das Projekt ist eine Mischung zwischen Mission, Fundraising und Öffentlichkeitsarbeit und hat bei uns Menschen dazu bewegt, offen und ohne Scheu über ihren Glauben und ihre Kirche zu berichten.
Bereits die Durchführung und noch viel mehr das Ergebnis (siehe beiliegenden Dateianhang) haben das Thema Glaube und Kirche in Schwabstedt und Umgebung zum Tagesgespräch werden lassen. Menschen reden miteinander bei ganz alltäglichen Begegnungen - z.B. beim Kaufmann - über ihre Erlebnisse in und mit ihrer Kirche und schreiben sie auf.
Hier einige Beispiele:
- eine alte Dame berichtet über ihre ehrfürchtigen Gefühle, als sie mit 93 Jahren auf den Glockenturm kletterte und zum ersten Mal die Glocken ihrer Schwabstedter Kirche berühren konnte (S. 41),
- ein Atheist aus Berlin beschreibt, wie sehr ihn die kleine Dorfkirche im Herzen berührt und warum er in ihr Geborgenheit und Frieden findet (S.13),
- eine junge Frau erzählt, wie sie nach dem Tod ihres Bruders und ihrer Mutter in ihrer Schwabstedter Kirche Gott begegnet ist (S.75).
2. Der Inhalt:
Aus dem Buch-Versuch wurde schließlich ein Buch mit dem Titel: "(M)eine Kirche, wie sie im Buche steht". Darin finden sich sehr persönliche Glaubenszeugnisse, die einen z.T. zu Tränen rühren. Andere berichten von Kindheitserinnerungen oder anekdotenhaften Erlebnissen in und um die Schwabstedter Kirche. Allen Erzählungen merkt man an, wie heilsam und wichtig ihre Kirche für die Menschen eines Dorfes ist, einfach weil sie an den entscheidenden Wendepunkten des Lebens eine wichtige Rolle spielt. Neben den Erzählungen finden sich viele ganzseitige Farbfotos, die genauso erzählen wie einzelne Geschichten und das Buch auch optisch zu einem Genuss machen.
3. Die Präsentation des Buches:
Am Erntedanktag (30. September 2007) wurde das Buch während eines Freiluftgottesdienstes vorgestellt. Hinterher wurde es auf einem Stand des "Schwabstedter Bauernmarktes" verkauft. Trotz Regenwetters verkaufte der Kirchenvorstand innerhalb weniger Stunden über 300 Exemplare. Der Preis pro Buch beträgt 19,80 Euro. Nach vier Wochen sind etwa 550 Bücher verkauft. Die Gesamtauflage beträgt 600 Stück.
Termine:
Veranstalter:
Kirchengemeinde Schwabstedt
Pastor Michael Goltz
Alte Dorfstr. 9
258786 Schwabstedt
Ansprechpartner und Kontakt:
Kirchengemeinde Schwabstedt
Pastor Michael Goltz
Alte Dorfstr. 9
25876 Schwabstedt
04884-201
www. kirche-schwabstedt.de
Projekt-Homepage:
Ausgangspunkt:
Das Buch-Projekt "(M)eine Kirche, wie sie im Buche steht" ist im Rahmen des 400-jährigen Jubiläums der Kirchengemeinde Schwabstedt entstanden.
Es sollte kein Jubiläum von "oben" werden, mit dem zu solchen Anlässen üblichen Festtags- und Reden-Ablauf, sondern jeder in der Gemeinde sollte die Gelegenheit haben, das Jubiläum aktiv mitzugestalten. So entstand im Februar 2007 die Idee, einen "Buch-Versuch" zu starten.
Wir wollten von den Menschen wissen, welche Rolle die Kirche in ihrem Leben spielt.
Projektgruppe:
Pastor Michael Goltz als Ansprechpartner und Redakteur, Henrik Sproedt als Grafiker, Georg Schumacher als Berater, sowie fünf Gemeindemitglieder, die sich bereit erklärt haben, als Ansprechpartner zu fungieren und anderen beim Schreiben behilflich zu sein. Z.B. indem sie die Geschichten aufgenommen und dann abgetippt haben.
Alle Teilnehmer hat die Vision verbunden, mit Menschen unterschiedlichster Herkunft, aus verschiedenen Generationen und unterschiedlicher Nähe bzw. Ferne zum Glauben über das Thema Kirche und Glaube in Kontakt zu kommen und daraus ein Buch zu machen.
Ziele:
Ziel war es, die Bewohner mehrerer Dörfer dazu zu bewegen, sich persönlich und öffentlich zu ihrer Kirche zu bekennen und zu beschreiben, wie dadurch ihr Leben und ihr Glaube geprägt wurden.
Was zunächst als "Buch-Versuch" an den Start ging, sollte am Ende ein Buch werden, wenn mindestens 50 Autoren mitmachen würden.
Das Buch sollte ansprechend mit vielen Fotos gestaltet werden, so daß es die Ausstrahlungskraft der Geschichten wiedergibt.
Zielgruppe:
Zielgruppe waren alle aktuellen (und, falls erreichbar, ehemaligen) Bewohner des Kirchspiels Schwabstedt, sowie Besucher, die einen Bezug zu dieser Kirche haben.
Es haben aus allen sieben Dörfern des Kirchspiels Autoren mitgemacht. Die jüngste Autorin war acht, die Älteste 93 Jahre alt. Ebenso haben ehemalige Bewohner oder Touristen Beiträge geleistet, die aus der Zeitung oder über Familie und Freunde von dem Projekt erfahren haben.
Insgesamt haben 78 Autoren Beiträge abgeliefert. Außerdem haben alle Kinder der örtlichen Grundschule Bilder gemalt bzw. kurze Texte geschrieben.
Konzeptionelle Einbindung:
Das Projekt war Teil der Feierlichkeiten zum 400jährigen Jubiläum von Taufe, Kanzel und Orgel. Diese wurden Anfang des 17. Jahrhunderts von dem damals ortsansässigen Bischof gestiftet. Wir wollten die Menschen dazu bewegen, uns ihre Geschichten und Gedanken zu stiften.
Im Rahmen des Jubiläums gab es das ganze Jahr über verschiedene Veranstaltungen, das "Buch-Projekt" hat sich über acht Monate hingezogen: Vom ersten "Geschichten-Aufruf" im März bis zur Vorstellung des fertigen Buches zu Erntedank an einem Bauernmarkt mit dem Motto "400 Jahre - meine Kirche."
Dieser Bauernmarkt wird vom örtlichen Handels- und Gewerbeverein organisiert und hat sich in dem Jahr das Motto des kirchlichen Jubiläums zu eigen gemacht.
Dies war der Höhepunkt des Jubiläums, mit der Chance das Buch und seine Geschichten vor mehreren tausend Besuchern präsentieren zu können.
Ansprechpartner und Kontakt:
Kirchengemeinde Schwabstedt
Pastor Michael Goltz
Alte Dorfstr. 9
25876 Schwabstedt
04884-201
www. kirche-schwabstedt.de
Unterstützung der Mitarbeiter:
Die drei Hauptverantwortlichen haben sich regelmäßig getroffen und ausgewertet. Aufgrund der Berufe (Grafiker, Unternehmensberater und Pastor) hat jeder seine Kompetenzen eingebracht und so die anderen "weiterqualifiziert".
Die fünf Personen, die als Ansprechpartner zum Geschichtenaufschreiben (insbesondere zu den Senioren) gingen, wurden im Vorfeld geschult und regelmäßig begleitet (z.T. hatten diese Gespräche ja auch eine starke seelsorgerliche Komponente).
Am Ende stand eine kleine Feier, um den Erfolg des Projekts zu genießen.
Öffentlichkeitsarbeit:
Die Gemeinde wurde über ein Mailing (Auflage 500) und die Lokalpresse dazu aufgerufen, eigene Erlebnisse, Gedanken und Erinnerungen aufzuschreiben, die sie mit ihrer Schwabstedter Kirche verbinden. In Gottesdiensten und vielen persönlichen Gesprächen wurde der "Buch-Versuch" weiter bekannt gemacht.
Im Gemeindebrief (Auflage 1.500) lag außerdem ein "Beipackzettel", auf dem die Teilnehmer ihr Thema einreichen konnten. Natürlich wies auch die Homepage der Schwabstedter Kirche auf diese Aktion hin.
Außerdem wurden im Rahmen des Buch-Versuchs die Ortsschilder von Schwabstedt "verschönert" und ein Plakat wurde öffentlichkeitswirksam am Glockenturm angebracht.
Bereits nach wenigen Tagen erreichten uns die ersten Themenvorschläge und sogar schon komplette Geschichten. Nach einem Monat hatten wir etwa 20 fertige Erzählungen, sowie 40 weitere Zusagen. Das Projekt "Buch-Versuch" war über Monate ein Gesprächsthema in der Gemeinde. Beim Kaufmann, auf der Straße oder bei Geburtstagen tauschten die Menschen ihre Erlebnisse und Erinnerungen aus. Man spürte, wie ein Ruck durch die Gemeinde ging.
Diese "Etappenerfolge" wurden regelmäßig öffentlich (Zeitung, Gemeindebrief, Gottesdienst) kommuniziert, so dass sich immer mehr Teilnehmer meldeten, die bei dem Buch mitmachen wollten und eigene Erlebnisse einreichten.
Finanzierung:
Ziele:
Bereits die Durchführung und noch viel mehr das Ergebnis (siehe Anhang) haben das Thema Glaube und Kirche in Schwabstedt und Umgebung zum Tagesgespräch werden lassen. Menschen reden miteinander bei ganz alltäglichen Begegnungen über ihren Glauben und ihre Kirche.
1. Insgesamt haben 78 Autoren aus unterschiedlichsten Generationen mitgemacht, das Ziel von 50 Geschichten ist damit weit übertroffen.
2. Die Geschichten aus unterschiedlichen Altrsgruppen (8-93), sowie aus
3. unterschiedlichen Milieus: Eine Zusendung kam z.B. aus Berlin von jemandem, der sich selbst als Atheist bezeichnet.
Bewertung:
Die Gemeinde:
Schwabstedt ist von dem Buch begeistert. Der Funke ist von den 78 Autoren auf die ganze Gemeinde übergesprungen. Es gab zahlreiche Telefonanrufe und Briefe. Das Buch war Tagesgespräch, es kommt hervorragend an und wird aufmerksam gelesen. Die Bewohner tauschen sich über die einzelnen Erlebnisse aus und berichten eigene Erinnerungen.
Einige schicken sogar weitere Geschichten ein (selbst jetzt über ein Jahr nach Erscheinen des Buches!), in der Hoffnung auf einen Folgeband. Eine Teilnehmerin sagte, sie wäre stolz auf ihre Kirche.
Zwei in der Gemeinde ansässige Hörfunkjournalisten waren so begeistert, dass sie spontan angeboten haben, aus dem Buch pro bono ein Hörbuch zu produzieren. Es wurde rechtzeitig zu Weihnachten produziert.
Über die Gemeinde hinaus:
In mehreren Zeitungsartikeln wurde landesweit auf das Buch positiv hingewiesen (Kieler Nachrichten, Segeberger Zeitung, Husumer Nachrichten, die Nordelbische), so dass inzwischen Anfragen von außerhalb kommen, ob und inwieweit so ein Projekt auch für andere Gemeinden umsetzbar ist.
Nachwirkungen:
Was als schüchterner Buch-Versuch begann, ist eine missionarische Kampagne geworden, die viel für die Kirchengemeinde bewirkt hat.
Der oft übliche Monolog zwischen Kirche und Gemeinde wurde zu einem offenen und gelebten Dialog. Darüber hinaus hat sich das Buch auch als Fundraising-Kampagne bewährt. Die Gemeinde kann einen Reingewinn von 4.500 Euro verzeichnen.
Besonders erfreulich: Die Zahl der ehrenamtlich Tätigen hat sich fast verdoppelt, die Zahl der Gottesdienstbesucher ist prozentual zweistellig gestiegen.
Fazit: Ich bin stolz auf meine Kirche.
Am Ende stehen:
Glaube zum Anfassen in einem schön gestalteten Buch und...
... Begeisterung, Emotion, bewegende menschliche Geschichten, Auseinandersetzung mit der eigenen Kirche vor Ort, der Gemeinde, dem Glauben.
Glaube als Tagesgespräch und Stolz auf die eigene Kirche, und vor allem: das Gefühl, gemeinsam und zusammen etwas zu bewegen. Und all das mit großer Ausstrahlungskraft.
Dieses Gefühl ist Teil der Identität unserer Gemeinde geworden.

