Café der Kirche im Hof
Kurzbeschreibung:
Das Café der Kirche im Hof bietet einen kommerzfreien Raum für Begegnung von Christen und Nichtchristen. Es verbindet offene kulturelle Angebote, künstlerische und politische Aktivitäten und selbstständige Initiativen. Träger ist die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Kassel-West.
Bilder:
Beschreibung:
Die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Kassel-West hat Ende 2006 eine bewusste Öffnung für die Menschen ihres Stadtteils beschlossen und eine Begegnungsstätte eingerichtet, die jeden Donnerstag von 19.00 bis 24.00 Uhr geöffnet ist. Für das Café wurden die Gemeinderäume im Vorderhaus umgebaut. Es wurden etwa 10.000 Euro aus Spenden der Gemeinde finanziert.
Die Abende werden sowohl von Gemeindemitgliedern wie auch von Passanten und angebotsorientierten Besuchern wahrgenommen. Je nach Programmangebot und Stammtischen kommen zwischen 15 und 80 Gäste je Abend. Für zahlreiche Menschen, die nicht zur Gemeinde gehören, hat sich das Café zu einem Treffpunkt entwickelt, an dem sie sich zu Hause fühlen.
Das Angebot orientiert sich an folgenden Eckpunkten:
Im Café sind außerkirchliche Gruppen willkommen, die hier einen Stammtisch unterhalten. Zur Zeit treffen sich im Abstand von zwei, vier oder acht Wochen folgende Stammtische: Studendierende (ca. 20 Teilnehmer), Arbeitslose eines geschlossenen Modehauses (10), der Kasseler Künstlerkreis (15), eine Tagesmütter-Initiative (15), der Freundeskreis des ehemaligen Café Brückenschlag (10).
Das Programm des Cafés findet in der Regel im Gemeindesaal statt. Es wechseln sich innerhalb eines Quartals ab:
Lesungen mit deutschlandweit bekannten und lokal verwurzelten Autoren
Filmabende mit Klassikern, die religiöse Themen oder Sinnfragen behandeln
Diskussionsabende, z. B. mit Arbeitgebern und Arbeitnehmern, kleine Konzerte von renomierten Künstlern oder den Nachwuchsmusikern der Gemeinde, Meditative Abende und kulinarische Abende, im Sommer am Grill im Gemeindegarten.
Das Café ist zugleich Galerie. Ausstellungen von lokalen Künstlern oder von christlichen Künstlern aus ganz Deutschland werden jeweils mit einer aufwändigen Vernissage eröffnet.
Im Café tagen regelmäßig der Ortsbeirat des Stadtteils, der Stadtteilförderverein (www.kassel-west.de) und verschiedene kommunale Initiativen, wie die Stadtteilkonferenz, die Preisverleihung eines lokalen Fotowettbewerbs oder das Forum Soziales und Gesundheit.
Ein Teil des Mitarbeiterteams ist für die Bewirtung zuständig, während ein anderer Teil für Gäste, die offensichtlich Kontakt suchen, als Gesprächspartner zur Verfügung steht.
Das Café ist gleichzeitig Treffpunkt für Mitarbeiter aus der Gemeinde, die hier z.B. den Kindergottesdienst vorbereiten oder sich vor oder nach einer Besprechung im Café zusammensetzen, um intensiveren Kontakt zu pflegen.
Termine:
Jede Woche wird ein Programm geboten, das jeweils in allen Veranstaltungskalendern der lokalen (Print- und E-)Medien veröffentlicht wird.
Veranstalter:
Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Kassel-West, Friedrich-Ebert-Straße 102, 34119 Kassel
Ansprechpartner und Kontakt:
Pastor Frank Fornacon, Am Gewende 34, 34292 Ahnatal, 05609 80626, 0171 8300864, pastor@efg-kassel-west.org, www.efg-kassel-west.org
Projekt-Homepage:
http://www.efg-kassel-west.org
Ausgangspunkt:
Der Vordere Westen in Kassel ist ein von Akademikern, Studenten und Künstlern geprägter Stadtteil, dessen Gebäude meist aus den Gründerjahren des 19. Jahrhunderts stammen. Es überwiegt der Anteil an Ein-Personen-Haushalten. Die Friedrich-Ebert-Straße gilt als Kneipenmeile Kassels. Öffentliche Einrichtungen wie ein Bürgerhaus o.ä. gibt es in diesem 20.000 Einwohner zählenden Stadtteil nicht. Auch die Kneipen und Restaurants haben kaum Nebenräume. Das in der Nachbarschaft betriebene und von der Gemeinde christliche Kultur-Café Brückenschlag musste Mitte 2006 seinen Betrieb einstellen.
Projektgruppe:
Etwa 12 Mitarbeiter sind regelmäßig im Café aktiv. Sie sind zwischen 45 und 70 Jahren alt, einige haben bereits als Jugendliche in der ersten christlichen Teestube in Kassel mitgearbeitet. Gemeinsam ist das Interesse, für Menschen außerhalb der Gemeinde eine offene Tür, ein offenes Ohr und ein offenes Herz zu haben. An einem Abend sind jeweils 4 Mitarbeiter aktiv.
Der Gemeindepastor unterstützt das Team beratend und ist an jedem Abend während der Öffnungszeiten im Café als Ansprechpartner.
Ziele:
Die Gemeinde hat mit der Einrichtung des Cafés ein Zeichen gesetzt, offen zu sein für alle Menschen im Stadtteil. Sie verzichtet auf ein ausgeprägt christliches Image, obwohl der Absender "Kirche im Hof" eindeutig ist.
Zielgruppe:
Im Stadtteil leben zahlreiche Singles, viele Studenten und Menschen mit kulturellen Interessen. Sie sollen erreicht werden, ebenso wie Menschen, die in diesem Milleu zuhause sind, ohne im Stadtteil zu wohnen.
Konzeptionelle Einbindung:
Die Gemeinde arbeitet auf Stadtteilebene und in der Stadt im Rahmen der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen und der Evangelischen Allianz intensiv mit Nachbargemeinden zusammen. Informelle Kontakte bestehen über Mitarbeiter zum Blauen Kreuz, zur Obdachlosenarbeit des Panama und zum Diakonischen Werk. Die Gemeinde ist Gründungsmitglied des Stadtteilvereins Kassel-West e.V. (www.vorderer-westen.net), der sämtlich Kulturinitiativen, Kirchen und politische Organisationen des Stadtteils miteinander verbindet.
Ansprechpartner und Kontakt:
Pastor Frank Fornacon, Am Gewende 34, 34292 Ahnatal, 05609 80626, 0171 8300864, pastor@efg-kassel-west.org, www.efg-kassel-west.org
Unterstützung der Mitarbeiter:
Der Gemeindepastor begleitet das Projekt (s.o.) intensiv.
Öffentlichkeitsarbeit:
Pressearbeit über die lokalen Medien (Print- und Hörfunk) wird durch eine intensive Internetpräsenz begleitet. Höhepunkt war ein Bericht im Hessenfernsehen kurz nach der Eröffnung (Anlass: Engel-Ausstellung) Sechs mal im Jahr erscheint ein Flyer, der das Programm enthält. Bei öffentlichen Veranstaltungen (Nachbarschaftsfest des Nachbarschaftsvereins, Tag der offenen Tür im Botanischen Garten) ist das Café-Team mit einem Stand vertreten bzw. übernimmt die Bewirtung.
Finanzierung:
In der Öffentlichkeit des Stadtteils hat das Café zu einem außerordentlich guten Image der Gemeinde beigetragen ("Bei Ihnen fühlen wir uns wie zuhause"). Der Bekanntheitsgrad des (im Hinterhof gelegenen) Kirchengebäudes hat deutlich zugenommen. Einzelne Café-Besucher besuchen gelegentlich oder regelmäßig den Gottesdienst. Im Laufe eines Jahres besuchen über 1000 Gäste die Veranstaltungen des Cafés. Das ist deutlich mehr, als die Gemeinde früher erreicht hat.
Nachwirkungen:
Das Café hat die Gemeindearbeit nachhaltig beeinflusst. Alle Gemeindeveranstaltungen werden unter dem Aspekt betrachtet, ob sie geeignet sind, im Rahmen des Cafés eine größere Öffentlichkeit einzubeziehen. Zum Beispiel wurde ein Konzert der musikalischen Kinder des Kindergottesdienstes im Rahmen des Café auch für "normale" Gäste zu einem Erlebnis. Oder die Bilder der letzten Seniorenfreizeit wurden auch von jüngeren Besuchern wahrgenommen.





