Triangel Partnerschaften
Kurzbeschreibung:
Vision ist eine Versöhnung der Generationen, etwa durch eine Seniorin am Schlagzeug, die mit Jugendlichen gemeinsam Musik macht.
Ziel dieser Initiative ist eine "klingende Brücke" zwischen Jung und Alt, auf der sich Senioren und Schüler über die Musik begegnen. Über das Mittel der Musik kommen Jung und Alt in einen Dialog. Ein Austausch von Erfahrungen etwa zum Thema Glück, Unglück oder Schule führt zur Suche nach einer Ebene der Verständigung. Die Erfahrungen des Projekts aus den Jahren 2003 - 2009 zeigen, dass durch diese klingende Brücke eine Versöhnung der Generationen möglich ist.
Bilder:
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Beschreibung:
Die Schülerinnen und Schüler der Christophorus-AG gestalteten am 5. März 2009 nachmittags im Altenpflegeheim Bethanien eine Andacht mit Liedern aus Taizé. Pastor Budde, Direktor des Marienstifts, gestaltete diesen Gottesdienst. Mehr als 80 junge und alte Menschen verließen nach der Andacht den Raum mit leuchtenden Augen. Für die Jugendlichen und die Organisatoren war es sehr spannend, sie hatten sich auf diese Andacht neun Monate vorbereitet.
Sie hatten im Sommer 2008 zunächst unter sich eine solche "Taizéandacht" gefeiert und danach begonnen, diese Idee gemeinsam mit den Senioren aus dem Marienstift umzusetzen. Wochenlang hatten die Jugendlichen mit den Senioren jede Woche diese Lieder gesungen und auch alte Choräle von den Senioren gelernt. Unterstützung erhielten die Jugendlichen der Christophorus-AG von einem Gitarrenkreis, in dem ebenfalls Schüler und Senioren aus beiden Einrichtungen proben. Der Direktor Pastor Dr. Budde ist ein großer Förderer dieses intergenerativen Projekts. Das Marienstift und das CJD in Braunschweig liegen direkt nebeneinander. Beide Einrichtungen trennte früher ein doppelter Stacheldrahtzaun. Durch dieses Projekt wurde der Stacheldraht entfernt und kleine Tore eingesetzt. Nun konnten die Schüler schnell zu ihrer "Ersatzomi" ins Marienstift gelangen. Durch diese Tür gehen aber auch die Senioren bei ihren Einkäufen in den Supermarkt, denn dieser Weg ist 700 Meter kürzer als die offizielle Alternative.
Termine:
Jeden Donnerstagnachmittag beginnt für viele Senioren im Marienstift Braunschweig die schönste Stunde der Woche. Dann versammeln sich die Bewohner im großen Saal um den Flügel und singen und musizieren mit Schülern aus dem Gymnasium nebenan.
Die Jugendlichen holen gemeinsam mit "Grünen Damen und Herren" und Altenpflegern die Senioren von den Wohnbereichen in den Saal.
Die Seniorin am Schlagzeug, die mit Jugendlichen gemeinsam Musik macht, gibt es wirklich. Die Band probt zeitgleich im Musikraum der Schule. Ebenfalls am Donnerstag probt ein Gitarrenkreis für Jung und Alt. Hier erhalten alte Menschen die Möglichkeit, ein Instrument zu erlernen. Viele von ihnen hatten als Jugendliche dazu keine Möglichkeit.
Zu Musicals, Gottesdiensten, Andachten oder zum Sommerfest im Park des Heimes kommen Jung und Alt, Band, Gitarren- und Singkreis zusammen.
Neue geistliche Musik, Volks- und Kirchenlieder, Gesänge aus Taizé,
Rock- und Popmusik. Jede Gruppe wählt aus ihrer Musik Stücke aus, die alle mittragen und mitsingen können.
Am 28. Mai 2009 gestalten wir ab 16.00 Uhr ein Lagerfeuer auf dem Gelände des Jugenddorfes und laden die Senioren aus dem Marienstift zu einem Glas "Feuerkesseltee" ein. Dazu machen wir selbst Musik.
Im November planen wir eine weitere Andacht mit Liedern aus Taizé und in der Adventszeit, am 8. und 9. 12. 2009, ist ein Beitrag zur Weihnachtsfeier im Marienstift geplant.
Veranstalter:
Der Impuls für das Projekt Triangel Partnerschaften ging 2002 von einem Musiklehrer im CJD Braunschweig aus. Das benachbarte Marienstift Braunschweig baut seit 2003 gemeinsam mit dem CJD an der "klingenden Brücke". Der Dialog von Jung und Alt wird mit Hilfe eines dritten Partners wissenschaftlich evaluiert. Professor Klaus Ernst Behne, ehemaliger Präsident der Hochschule für Musik und Theater in Hannover begleitet das Projekt wissenschaftlich. Die teilnehmenden Jugendlichen und Senioren wurden anfangs zu ihren Erwartungen und nach einem Jahr zu ihren Erfahrungen befragt.
Die Ergebnisse der Forschung werden 2009 in einem Handbuch veröffentlicht. So können Menschen an anderen Orten ähnliche Projekte starten und dabei auf die Erfahrungen aus Braunschweig zurückgreifen.
2007 sind zwei Ableger in Braunschweig und Burgdorf bei Hannover entstanden, die mit Erfolg diese Idee umsetzen. Ein Beispiel: Senioren aus der ev. Paulusgemeinde führten im September 2009 gemeinsam mit Jugendlichen des Gymnasiums in Burgdorf ein Musical auf. Auf dieses Musical hatten sie sich seit Feburar 2007 vorbereitet.
Anfragen aus anderen Orten zeigen, dass hier ein wichtiges missionarisches Thema mit Zukunft aufgegriffen worden ist.
Ansprechpartner und Kontakt:
CJD Braunschweig
Christian Werner
Georg-Westermann- Allee 76
38104 Braunschweig
Tel.: 05 31 / 7078 258
Fax.: 05 31 / 7078 155
Projekt-Homepage:
http://www.triangel-partnerschaften.de
Ausgangspunkt:
Der Impuls ging von einem Musiklehrer des CJD Jugenddorf-Christophorusschule Braunschweig aus. Im CVJM Braunschweig hatte er als Jugendlicher Ten Sing- Arbeit mitgestaltet.
Auf Reisen in die Vereinigten Staaten hatte er die "Oma am Schlagzeug" kennen gelernt und diese Idee in das Projekt integriert. Mit dieser Idee im Kopf bewarb er sich beim CJD Braunschweig. Dabei hatte er den gemeinsamen Zaun zum Marienstift fest im Blick.
Gemeinsam mit den Verantwortlichen im Jugenddorf und im Marienstift gestaltete er die Fundamente für die klingende Brücke.
Projektgruppe:
Frau Hellert, die Gesamtleiterin des CJD Braunschweig und Herr Dr. Budde, Direktor des Marienstift Braunschweig tragen die Gesamtverantwortung für das Projekt.
Projektleiterin im Marienstift ist Ursula Stadler, Altenpflegefachkraft im Altenpflegeheim Bethanien.
Projektleiter im CJD Braunschweig ist Christian Werner, Musiklehrer im Gymnasium.
Der Mathelehrer Matthias Muschick leitet die Band, der Gitarrenlehrer Roland Friedrich den Gitarrenkreis.
Ilse Haase leitet die Gruppe der Grünen Damen und Herren im Marienstift, die sich im Projekt engagieren.
Ein großer Kreis von Referenzpartnern aus Kirche und Wissenschaft, Kirche und Gemeinde, Politik und Gesellschaft begleitet das Projekt. Dr. Hoffmann, der Oberbürgermeister der Stadt Braunschweig, ist seit 2007 Schirmherr des Projekts.
Ziele:
Ziel dieser Initiative ist die klingende Brücke zwischen Jung und Alt, auf der sich Senioren und Schüler über die Musik begegnen. Der Dialog der Generationen ergibt sich aus den Gesprächen zwischen Alt und Jung. Die Basis dafür ist gegenseitiger Respekt und Achtsamkeit. Das muss bei allen Teilnehmern trainiert werden. Der Erfahrungsaustausch kann zu gegenseitigem Verständnis und zu einer Versöhnung führen, die auch in schwierigen Zeiten trägt.
In Braunschweig sind neben einem Singkreis eine Band und ein Gitarrenkreis entstanden. Diese Gruppen gestalten Gottesdienste und Andachten, aber auch Singspiele und Musicals auf.
Ein Beispiel: Im Februar 2008 hatte das Musical "Frühlingsgefühle" Premiere. In der Turnhalle des Gymnasiums versammelten sich mehr als 350 Menschen, darunter 35 Senioren. Diese Bewohner aus dem Marienstift waren nicht als Zuschauer, sondern als Mitwirkende gekommen. Sie sangen das Lied der Fußballweltmeisterschaft "54, 74, 90, 2010" [der Gruppe Sportsfreunde Stiller] mit. Auch ein Lied von den Ärzten wurde mit einem Volkslied kombiniert und von Jugendlichen und Senioren gemeinsam gesungen. Dazu gab es ein Theaterstück, Tanz, Zirkus, Akrobatik und Jonglage mit Keulen und Fackeln. Das ganze spielte sich direkt vor der Nase der Senioren ab. Sie waren mittendrin und durften aktiv mitsingen - ein unvergesslicher Nachmittag für alle Beteiligten und Zuschauer.
Zielgruppe:
Das Projekt Triangel Partnerschaften in Braunschweig lädt junge und alte Menschen aus der ganzen Region Braunschweig ein.
Ein Großteil der etwa 40 Senioren kommt aus dem Pflegeheim und die etwa 10 - 15 Jugendlichen sind Schülerinnen und Schüler des CJD Braunschweig. Angehörige und Senioren aus der Region stoßen immer wieder als Gäste oder dauerhafte Teilnehmer hinzu.
Konzeptionelle Einbindung:
Das CJD Braunschweig ist Teil des CVJM. Das Marienstift Braunschweig ist institutionell mit der Ev.-luth. Landeskirche in Braunschweig verbunden. Sowohl CJD als auch das Marienstift in Braunschweig sind Mitglied des Diakonischen Werkes der EKD.
Ansprechpartner und Kontakt:
CJD Braunschweig
Christian Werner
Georg-Westermann- Allee 76
38104 Braunschweig
Tel.: 05 31 / 7078 258
Fax.: 05 31 / 7078 155
Unterstützung der Mitarbeiter:
Die Jugendlichen bekamen für ihr Engagement Zertifikate, Gutachten, Zeitungsartikel oder die Kopie von Urkunden und Wettbewerben für ihre Bewerbungsmappen. Auch für die anderen Teilnehmer und Helfer waren die Zeitungsartikel über das Projekt eine Motivation.
Alle Teilnehmer und Helfer bekamen das Angebot für kostenlosen Unterricht auf der Gitarre. Die Instrumente wurden dabei gestellt.
Das nutzen neben den Schülern und Senioren besonders die Grünen Damen und Herren, Angehörige und Helfer.
Für die Projektleiter war das emotionale JA durch die Leitung für das Projekt entscheidend. Die Gesamtleiterin Frau Hellert und der Direktor Dr. Budde unterstützten die Aufbauarbeit.
Die Unterstützung der Mitarbeiter und Kollegen war besonders bei der Durchführung von Auftritten, aber auch der Hilfe bei der Organisation der wöchentlichen Begegnungen von Jung und Alt wichtig. Die Öffentlichkeit - insbesondere die vielen lokalen Referenzpartner - begleiteten das Projekt wohlwollend und halfen in vielen Fällen mit Vorschlägen oder Korrekturen, Hilfe und Lob.
Öffentlichkeitsarbeit:
Das Projekt ist zunächst in der internen Öffentlichkeit der beteiligten Unternehmen, im Marienstift und im CJD Braunschweig, allen betroffenen und interessierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vorgestellt worden. Danach wurde das Projekt zeitnah (z. B. mit Fotos) dokumentiert. Es ist gelungen, in den vergangenen Jahren 50 Zeitungsartikel, zwölf Radio- und einen Fernsehbericht über dieses Projekt zu veröffentlichen. Wettbewerbe machten das Projekt bekannt. Die Projektleiter nutzten die Einladung zu Kongressen dazu, die aktuellen Ergebnisse des Projekts zu präsentieren. Die Begegnung mit anderen Projektleitern brachte wichtige Impulse für die eigene Arbeit.
Finanzierung:
Die wissenschaftliche Begleitung des Projekts war von Anfang an ein wesentliches Element des Projekts Triangel Partnerschaften. Gestaffelte Fragebögen halfen den Projektleitern, die Erwartungen der Teilnehmer zu Beginn abzufragen und bei der zweiten Befragung nach etwa einem Jahr die Erfahrungen der Teilnehmer für ein weiteres Projekt zu nutzen. Eine solche wissenschaftliche Begleitung schafft Transparenz, untersucht die Wirksamkeit der Methoden und Verfahren. Die Dokumentation in Form eines Handbuchs kann als "Werkzeugkasten" für andere dienen, die ähnliche Projekte andernorts realisieren möchten.
Gespräche mit Teilnehmern waren ein weiteres wichtiges Korrektiv. Die Teilnahme an diesem Projekt ist freiwillig. Deshalb sind die Befragung der Teilnehmer und die Auswertung dieser Wünsche und Vorstellungen von entscheidender Bedeutung.
Bei Präsentationen des Standes der Arbeit z. B. vor Referenzpartnern wurde stets darauf geachtet, die Erfahrungen dieser Menschen konstruktiv zu nutzen, um das Projekt voran zu bringen.
Nachwirkungen:
Hanns ist 13 Jahre alt und wohnt im Internat des CJD. Seit etwa drei Monaten ist er in der Christophorus-AG aktiv. In dieser Zeit ist er zum Liebling der Senioren geworden, weil er sich mit ganzer Kraft kompetent und engagiert in dieser Arbeit einbringt und die Mitmenschen mit Respekt und Achtsamkeit behandelt. Seine Lehrer sehen das differenzierter. Er bezeichnet sich als Buddhist, gestaltete dennoch aktiv die Andacht im März 2009 mit Liedern aus Taizé mit. Das hat mich als Projektleiter beschäftigt. Ich fragte ihn am Tag nach der Andacht, wie es ihm gefallen habe und wie er sich dabei gefühlt habe. "Ich fand es toll", entgegnete er. Das hat mich sehr überrascht und ich glaube, dieser Gottesdienst könnte für ihn zu einem Impuls werden, an dem andere Menschen anknüpfen können.
Junge Menschen können bestimmte Stärken und Fähigkeiten, die sie in der Schule nicht zeigen können oder wollen, in diesem Projekt außerhalb von Schule ausprobieren. Dabei haben die Schüler in dem Projekt die Chance, in vielerlei Hinsicht Erfahrungen zu sammeln. Sie erhalten die Möglichkeit, an Lebenserfahrungen und Lebensweisheiten alter Menschen teilzuhaben. Sie lernen fast vergessene geistliche und weltliche Lieder kennen. Sie erleben die Freude der alten Menschen über teilweise einfache Dinge und erfahren hier vielleicht Antworten auf die letzten und entscheidenden Fragen des Lebens.
Außerdem haben sie die Möglichkeit, den Umgang mit alten, behinderten und demenzkranken Menschen zu erlernen. Soziale Werte, Verantwortungsgefühl, Empathiefähigkeit und Toleranz werden hier auf dem Hintergrund eines christlichen Menschenbilds eingeübt und der Diakoniebegriff erfahrbar gemacht. Geistliche Impulse der Altenpflegerin Ursula Stadler im Singkreis laden zur Diskussion ein. Dabei werden auch Tabuthemen, wie der Umgang mit "Trauer" oder "Tod" angesprochen.
Die alten Menschen freuen sich über das gemeinsame Singen, die Besuche und die Zeit, die die Jugendlichen mit ihnen verbringen, sodass ihre Lebensqualität steigt. Außerdem werden verschiedene Sinne (Hände, Mund, Augen, Ohren) angesprochen, sodass die Fähigkeiten der Senioren länger erhalten bleiben oder gar gesteigert werden.
Für die Projektleiter ist deutlich geworden, dass sich das Klima zwischen der Schule und dem Altenheim seit 2002 spürbar verändert hat: Zwischen Jung und Alt, aber auch zwischen der Schule und dem Heim sind Prozesse angestoßen worden, die früher undenkbar zu sein schienen. Ein "Miteinander leben" ist in einer Intensität möglich geworden, die sich sechs Jahre zuvor niemand hätte träumen lassen.

